Befristung

Befristungen konnte ich noch nie sonderlich gut leiden. Aber leider gehört die ganze Befristerei zum Alltag. Mittlerweile, so will ich behaupten, gehört es nicht nur im sozialen Bereich zum Alltagsgeschäft, Mitarbeitern eine Befristung nach der anderen unter die Nase zu halten. Dieses Monopol hat sich wohl auch in anderen Bereichen durchgerungen.

Kurzum Befristet ist bescheiden. Der Arbeitsvertrag ist für einen bestimmten Zeitraum festgesetzt. Für ein Jahr hast du die Gewissheit, dass du da bist. Was danach kommt? Tja. Das müsste man mal die Sterne fragen. Vielleicht haben die ne Antwort

Als Arbeitnehmer hast du dann  die Arschkarte gezogen.  Spätestens drei Monate vor Ablauf gerätst du ins Wanken, wenn nicht sogar in Panik. Getreu dem Motto „Hilfe!“ Herzlichen Glückwunsch zur Existenzangst! Psychische Belastung? Iwo! Kann gar nicht sein.

Dann rennst du, aus lauter Panik zum Arbeitsamt um dich Arbeitssuchend zu melden, um ja irgendwelchen späteren Konsequenzen, wie einer Sperre des ALG, aus dem Weg zu gehen. Oder irgendwie so.

Kannst zwischen laufendem Arbeitsverhältnis und Gesprächsterminen zur weiteren Arbeitsvermittlung hin und her pendeln. Sicherheit adios, Lufthängerei hallöchen! Is ja gut, dass einem da jemand Hilft. Aber man könnte dem auch ganz leicht Abhilfe leisten, würde einfach der Vertrag verlängert werden. Aber gut. Sei es drum.

Genau in dieser Situation befinde ich mich gerade selbst. Befristeter Vertrag und dieser läuft in wenigen Wochen aus. Fühlt sich nicht gut an, in der Luft zu hängen und nicht zu wissen, was passiert, wenn die Kollegin wieder aus der Elternzeit zurück kommt. Wird man trotzdem Übernommen? Ist vielleicht irgendwo anders noch eine Stelle frei, weshalb ich, trotz Elternzeitvertretung, da bleiben kann?

Auf der einen Seite glaube ich nicht so ganz dran, nicht übernommen zu werden. Wird doch händeringend nach Fachkräften gesucht. Und würde man sich damit das Leben nur unnötig schwer machen, den Vertrag auslaufen zu lassen und jemand neuen einzustellen. Zumal man nicht weiß was nach kommt.

Auf der anderen Seite bin ich mir aber wiederum auch nicht sicher, ob und wie. Finanzen und Personelle Umbrüche lassen mich ins Grübeln kommen. Und lassen einen kleinen Keim der Hoffnungslosigkeit entstehen. Der Versuch es sich schön zu reden, funktioniert nicht immer.

Bin mir auch gerade nicht sicher, was auf der Leitungsebene geplant ist oder wird. Werden vielleicht Stellen reduziert? Hat irgendein Kollege, aus WG 2.0 vielleicht irgendetwas verzapft, was Skepsis erregt hat und eine Vertragsverlängerung behindert?

Will man vielleicht erst abwarten, wie ich mich in WG 3.0. mache? Weil es in EINER WG nicht funktioniert hat, im Sinne, dass ich mich da nicht wohlgefühlt habe? Aber nichts desto trotz meine Arbeit ordnungsgemäß erledigt habe? Merkwürdig das es aber in zwei anderen Abteilungen geklappt hat. Dann kann es nicht nur an mir gelegen haben.

Mit dem WG Wechsel schien alles wieder geregelte Bahnen zu nehmen. Vor ein paar Tagen hat es mich dann aber wie der Schlag mitten ins Gesicht getroffen, die Befristung läuft bald aus! Und es lässt mich leicht panisch werden. Ich möchte weder schon wieder die Abteilung wechseln, geschweige denn den Arbeitgeber.

Seit Jahren hangle ich mich von Befristung zu Befristung. Gründe gab es dafür viele. Vom Azubi zur Fachkraft, was eine andere Form des Arbeitsverhältnisses darstellte. Arbeitgeberwechsel. Oder auch wieder Rückkehr zu einem Arbeitgeber. Was zur folge hatte, dass nun die Befristung Sachlich begründet wurde, da andernfalls, trotz Unterbrechung, eine Befristung nicht mehr rechtens gewesen wäre.

Egal ob du dort schon mal warst oder eben nicht. Als „Neuankömmling“ wird dir als erstes einmal eine Befristung unter die Nase gehalten. Wer weiß? Vielleicht tut die nur so gut, und ist aber fachlich völlig Überfordert und Inkompetent. Bei manchen durchaus gerechtfertigt, aber längstens nicht bei allen.

Obwohl es mittlerweile Alltagsgeschäft für mich ist, schießt es mir auf gewissen weise immer wieder in eine gewisse Stressituation. Antrag beim Arbeitsamt als Arbeitssuchend. Termine zum Beratungsgespräch. Termin beim Chef um über den Vertrag zu sprechen. Der Zeitraum bis zur Konkreten Aussage ob hüh oder hott, gleicht einem Spießrutenlauf, den man, möglicherweise, nicht ganz unbeschadet verlässt.

Wobei ich mich gerade noch in einer Ausnahmesituation befinde. Selbst wenn das Arbeitsverhältnis nicht verlängert würde, könnte ich noch auf BAföG zurückgreifen und irgendwo am Fließband arbeiten. Studium sei dank. Anders wäre es mir aber trotzdem lieber. Da so ein regelmäßiges Einkommen, dass alle Kosten deckt, rein kommt. Die Krankenversicherung schon bezahlt ist und das Geld was aufs Konto geht tatsächlich zum ausgeben gedacht ist. Mal davon abgesehen, verschulde ich mich nicht, wenn ich einfach arbeiten gehe anstatt BAföG zu beantragen.

 

 

 

 

 

 

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2 Gedanken zu “Befristung

  1. Pingback: Verrückt…. | Pferdig unterwegs

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