Morgens

5 Uhr morgens, der Wecker scheppert. Danke auch. Eigentlich würde ich viel lieber weiter schlafen. Am Vorabend wurde es spät, weil ich vor der Studienarbeit saß und nicht aufhören konnte. Die Studienarbeit ist jetzt so gut wie fertig, es fehlen nur noch ein paar Kleinigkeiten. Dafür komme ich jetzt nur schwer aus dem Bett.

Der Dienstplan sagt mir aber, dass ich heute Früh und Spät habe. Wie so ziemlich jeden Mittwoch in diesem Monat. Weil ich da keine Vorlesung habe. Draußen ist es stock dunkel und eiskalt. Bestimmt sind die Scheiben am Auto gefroren. Ich schleppe mich ins Bad, die Müdigkeit steckt in allen Gliedern.

Die Zeit reicht gerade dafür, mich anzuziehen, eine halbe Tasse Kaffee zu trinken und eine Zigarette zu rauchen. Dann muss ich auch schon los. Die Scheiben sind nämlich tatsächlich gefroren. Den Morgensport hätten wir also auch schon in einem Aufwasch erledigt.

Draußen sind die Straßen beinahe wie ausgestorben. Ich friere. Das Auto heizt sich nur sehr langsam auf. Vor der WG stehe ich kurze Zeit ersteinmal vor Verschlossenen Türen in der Kälte. Der Chip ist immer noch nicht freigeschalten. Angesichts meines Wechsels im Januar werde ich ihn aber auch nicht mehr freischalten lassen. Es nervt mich trotzdem, immer darauf angewiesen zu sein, von einem Kollegen reingelassen zu werden.

Bevor ich mir einen Kaffee hole, stiefle ich in das erste Zimmer. Die Pumpe für die Magensonde muss angeschalten werden, damit die Nahrung durchläuft. Ich bin immer noch müde. Die Nachtschicht informiert mich, dass Bewohner J. noch im Bett liegt, weil das Bad vorher belegt war. Gutes Argument, was durchaus auch seinen Sinn hatte. Cool finde ich es trotzdem nicht.

Schlurfe direkt weiter. Hole Bewohner J. aus dem Bett und setze ihn auf den Klostuhl. Damit es klappt, lasse ich ihn ein bisschen alleine im Bad. Jetzt kann ich mir, um 6:15 endlich den zweiten Kaffee holen.

Dann geht alles schlag auf schlag. Anziehen. Umsetzten. Frühstücken. Tabletten. Nächster Bewohner selbiges Zinober. Gegen viertel vor 8 steht die Nacht, gestiefelt und geschnürt vor mir und verabschiedet sich. Okay, auch recht. Danke für die Info, dass man 15 Minuten früher gehen möchte, aber bereits umgezogen vor mir steht. Da kann man schon nicht mehr anders, als Ja zu sagen. Uncool. Geht es nicht darum, dass ich es nicht alleine auch schaukle, die 15  Minuten mehr oder weniger, reißen es dann auch nicht. Geht es hier eher ums Prinziep. Um das Prinzip, dass man es auch gleich hätte sagen können und nicht erst wenn man eigentlich schon geht.

Gegen 8 sind alle aus dem Haus die aus dem Haus sein müssen. Außer zwei, die noch darauf warten, dass sie vom Fahrdienst geholt werden. Ich bin noch mit Bewohner A beschäftigt. Bewohnerin T, fühlt sich nicht genügend beachtet. Fängt an zu meckern. Findet alle fünf Meter einen anderen Grund, mich abzuziehen und die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Gerade morgens kann ich sowas ganz schlecht ab.

Zwischen Tür und Angel durch die Zimmer rennend, entsorge ich Müll, schließe Fenster, bringe die Zimmer in Ordnung und schmeiße Wäsche und Geschirr an. Damit es bis Nachmittags fertig ist. Gedanklich bin ich allerdings immer noch in meinem Bett und schlafe. Bin beinahe froh als auch die letzten zwei geholt werden.

Nach dem letzten Kontrollgang, verlasse auch ich, gegen kurz nach 9 die WG. Bin froh das es durch ist. Gedanklich bin ich aber schon bei der Spätschicht. Unterschwellig bin ich davon genervt. Weil mir, gefühlt, kein einziger Mittwoch bleibt, an dem ich einfach mal frei hätte. Arbeitsfrei und Uni frei.

Zuhause angekommen, lege ich ich direkt nochmal kurz hin. Mein Rücken plagt mich. So viel zu meinem Vorsatz ich gehe vormittags noch trainieren. Verlege ich also doch auf Abends.

Ein Gedanke zu “Morgens

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