Endstation?

Prüfung bestand, endlich HEP! Jippi! Jetzt bin ich Fachkraft und kann loslegen. Endlich! Hat ja auch lange genug gedauert! 

3 Jahre später, Studienbeginn. Lauter neue Leute. Einige die schon aus dem Berufserfahrung haben. Die Berufseinsteiger interessiert immer ganz besonders, warum man denn jetzt, mit einer Fachkraftausbildung, doch noch das Studium drauf packt.

Die Meisten machen es aus Gesundheitlichen Gründen. Weil sie den jetzigen Job nicht mehr machen können. Oder weil sie einen Richtungswechsel anstreben. Einen anderen Bereich. Eine andere Welt. Mit der sie vielleicht zufriedener sind, als mit ihrem alten Job.

Antworte ich in meisten Fällen nicht mit „Ich kann gesundheitlich nicht mehr als HEP arbeiten.“ oder „Ich wollte einen anderen Job machen.“ oder „Umschulung“. Meine Antwort fällt meist völlig anders aus.

Warum studiere ich es jetzt eigentlich? Kurzzeitig musste ich selber darüber nachdenken. Meine Anfänglichen Beweggründe, klangen, selbst in meinen Ohren, manchmal komisch. Kam da sowas wie „Mir war n bisschen langweilig und ich wollte neues lernen“ oder „Ich möchte in manche Themen tiefer eingehen“ (aber warum macht sie dann nicht einfach ne Fobi dazu? Naja, das wäre zu einfach)

Denkt man aber mal weiter drüber nach, merkt man zwar, dass diese Gründe doch irgendwie für ein S’tudium sprechen, allerdings eher oberflächlich gehalten sind. Um so länger ich darüber nachdachte kamen mir ganz andere Gedanken, die mir eigentlich erst im Laufe des laufenden Semesters kamen.

Als HEP kommst du irgendwann, im Laufe deines Berufslebens,  an einen Punkt, an dem du es, aufstiegstechnisch, ziemlich schwer hast. Spätestens bei der Gruppenleitung einer WG, Hausgemeinschaft oder Werkstattgruppe, bist du an einem Punkt angekommen, an dem es ziemlich düster aussieht.

Da ist dann das Ende der Karriereleiter erreicht. Weiter geht’s nicht und wenn du es doch versuchst, kann es sein, dass dus, mit etwas Glück weiter schaffst. In den Meisten Fällen schlägst du dir aber den Kopf an der Decke an oder fällst, im schlimmsten Fall, auf der anderen Seite der Leiter wieder runter und tust dir weh.

Bestimmte Bereiche des sozialen Bereiches bleiben dir verschlossen und du wirst dort nicht wirklich Fuß fassen, fehlen Fachliche Inhalte, die nötig wären. Natürlich gibt es da auch die Quereinsteiger, die irgendwo in der Beratung oder im Amt umher hopsen. Aber warum sollte ein Arbeitgeber, eine Stelle für einen soz.päd. mit einem HEP belegen, wenn der Arbeitgeber auch einen soz.päd. haben kann?

Kurz um, wie in jedem Bereich, kommt man auch als HEP irgendwann an eine Grenze. Eine Grenze, welche ich nie überschreiten können würde. Manche Berufsfelder und bestimmt Aufstiegsmöglichkeiten bleiben verwehrt, weil die Fachkompetenzen fehlen.

Man könnte es  als Systemupdate sehen. Einiges weiß ich schon. Einiges will ich noch wissen. Und setzte noch einen drauf, damit ich damit weiter komme. Denn weiß ich ob ich mit 40 noch im Wohnbereich arbeiten kann? Vielleicht bin ich mit 40 tatsächlich an dem Punkt, an dem ich nicht mehr als HEP arbeiten kann, weil die körperliche Belastung nicht mehr tragbar ist. Aus welchem Grund auch immer.

Vielleicht vertrage ich auch die Schichterei nicht mehr. Wer weiß schon, was das Alter mit einem anstellt. Systhemupdate hinsichtlich dessen, dass ich mein Berufsfeld erweitern möchte. Die Möglichkeit haben möchte, ohne Probleme auch andere Stellen annehmen zu können, die ich als HEP nicht machen kann, weil mir die Fähigkeit dazu fehlt.

Und warum nicht jetzt? Jetzt ist die Zeit gut. Jetzt habe ich die Energie und den Elan. Mit 40 will ich das dann vielleicht nicht mehr machen. Und ärgere mich, warum ich es nicht in jungen Jahren bereits gemacht habe. Ich möchte damit jetzt nicht behaupten, dass man mit 40 Automatisch stein alt ist. Aber man ist älter.

Manch einer der mag vielleicht sagen, ach….der HEP, damit bin ich zufrieden. Der Reicht mir aus. Mehr will ich nicht. Selbiges habe ich, nach der Ausbildung, auch gesagt. Weil ich die Schnauze vom lernen voll hatte.Wusste ich damals nicht mal ob ich eine leitende Funktion übernehmen wollen würde.

Irgendwann erreichte ich aber den Punkt, an dem es mir nicht mehr gereicht hat. Ich stetig das Gefühl hatte, nicht mehr weiter zu kommen und auf der Stelle zu treten. Mich im Kreis drehe. Unzufrieden war, weil mein Wissensdurst nicht gelindert wurde. Von bestimmten Dingen einfach auch gar keine Ahnung hatte. Wo ich dann den soz,päd zu Rate ziehen musste. Und ich mir so unglaublich dumm vor kam.

Wo es mich letztlich hinverschlägt weiß ich noch nicht. Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Vielleicht in ein Amt? Zu einer Behörde? Vielleicht aber auch in den Kliniksozialdienst? Oder etwa doch wieder zurück in die WfbM? Vielleicht mutiere ich auch zur stellvertretenden Bereichsleitung? Ich weiß es noch nicht. Man wird sehen, was die Zeit bringt.

Jetzt wird erst mal der Wissensupdate zu ende geführt 🙂

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