Überflüssig?

Gestern war einer dieser Tage, an denen ich mich, bei der Arbeit, so richtig überflüssig gefühlt habe. Hatte ich gestern ab Mittags Dienst und das bis Abends. Insgesamt waren nur sehr wenige Bewohner da, denn durch den Feiertag und das damit verbundene lange Wochenende, waren schon ein paar Bewohner frühzeitig nach Hause, zu den Eltern, gefahren.

Als ich zum Dienst erschien waren bereits alle Bewohner soweit aus den Betten geholt, hatten gefrühstückt und das Essen, was für den Abend vorgesehen war, war auch schon fertig.

Über einen längeren Zeitraum stand ich, im wahrsten Sinne, nur doof da. Hatte nichts zu tun und musst mir Arbeit regelrecht suchen, die gar nicht so leicht zu finden war. Ich fühlte mich einfach völlig überflüssig. Offen gestanden war das planerischer Irrsinn. Denn die Kollegin hätte den Laden auch locker alleine schmeißen können. Hätte es völlig ausgereich  die Nacht einfach etwas früher kommen zu lassen.

Der eigentliche Hintergrund meines Feiertagsdienstes, mit Löcherguggcharakter, war wohl die erste Nachtschicht in dieser WG, die mir heute bevor steht. Allerdings wäre es völlig außreichend gewesen, hätt man mir das einfach alles heute Abend nochmal erklärt. Denn hat das Nachtschicht erklären, nicht mal eine Stunde in anspruch genommen.

Letzlich wurden mir, im Verlauf des Dienstes, Aufgaben übergeben, die sonst keiner machen will. Die Aufgaben, die unliebsam sind, gemacht gehören, man aber für gewöhnlich eher den Praktikanten aufträgt.

Zunehmend werde ich das Gefühl nicht los, dass  aufgrund meines Studentendaseins, nicht wirklich angekommen ist, dass ich als Fachkraft angestellt bin und nicht als Azubi oder Praktikant. Meinen HEP bereits seit drei Jahren im Sack habe, man mich aber irgendwie nicht so sieht.

Man muss dazu aber auch sagen, dass es von Kollege zu Kollege sehr schwankend ist. Die einen sehen nur den Studenten in mir, vergessen aber gleichzeitig das ich dennoch fähig dazu bin, meine Arbeit zu machen. Vieles definitiv weiß und nicht das 18 jährige, blonde Dummchen bin, dass das alles zum ersten mal hört, sieht oder macht.

Andere wiederum vergessen den Studenten und sehen nur die Fachkraft in mir. Was bei mir einen Zustand erzeugt, der mich nicht gerade erfreut. Einen Zustand zwischen, seid ihr eigentlich noch ganz dicht und ich bin doch nicht bescheuert!  Ich werde in manchen, wirklich doofen Situationen, ins kalte Wasser geschmissen bis hin zu man traut mir nichts zu.

Es klingt irgendwie wiedersprüchlich. Dessen bin ich mir bewusst. Aber ist es tatsächlich eine ziemliche Gradwanderung. Zum einen kenne ich die Bewohner noch nicht so gut. Was Situationen verursacht, in denen ich erst mal da stehe wie der Ochs am Berg, weil mir eine solcheh Situation noch nicht untergekommen ist, man aber gleichzeitig erwartet, dass ich dieser doch Aussergewöhnlichen Situation Herr werde.

Auf der anderen Seite gibt es da aber auch alltägliche Situationen, die mir durchaus geläufig oder auch bekannt sind. Bei denen man aber der Meinung ist, man müsse sich neben mich stellen und alles kommentieren was ich tue.

Mir zudem, von manchen Kollegen, ein Weg vorgegeben gibt, der aus Sicht derer, das non plus ultra ist. Mir keine Möglichkeit gegeben wird, meinen eigenen Weg zu gehen. Zusätzlich dann sogar noch der Prüfungscharakter dazu kommt.

In solchen Situationen frage ich mich dann des öfteren, wieso derjenig es dann nicht einfach selber macht, wenns ihm nicht passt wie ich es mache. Es gibt nichts, was mich so sehr nervt, wie die Tatsache, dass mir mein Weg vorgegeben wird.

Man mir keine Chance lässt meinen eigenen Weg zu gehen. Und man mir versucht vorzuschreiben wie ich bestimmt Dinge zu tun habe. Sobald dabei eine Abweichung entsteht, die genau so effektiv ist, dann gnade dir Gott!

Momentan muss ich massiv um Anerkennung, Akzeptanz und Respekt für das was ich tue Kämpfen. Was mich unmengen an Energien kostet, die ich, offen gestanden, eigentlich anderweite einsetzten könnte. Unnötiges verbraten von Fähigkeiten.

Diese ganze Respekt und Anerkennungssache macht es mir persönlich auch nciht wirklich leichter, dort wirklich anzukommen oder Fuß zu fassen. Macht es mir alles andere als leicht meinen Platz dort zu finden. Zusätzlich wird meine anfängliche Ablehnung, die ich bezüglich der Versetzung hatte, nur noch weiter angestachelt. Meine Bedenken und mein Bauchgefühl wird dadurch gerade nur bestätigt.

Wenn man zunehmend das Gefühl hat, nicht akzeptiert oder so angenommen zu werden wie man ist, wird es für einen persönlich auch schwierig sich tatsächlich mit der Situation anzufreunden oder abzufinden.

Aktuell würde ich sogar behaupten, stehe ich derzeit in einer Sackgasse. Bin an einem Punkt angekommen, den ich nicht erreichen wollte. Es scheint außerdem, als würde es keinen wirklich interessieren. Hauptsache die Zahlen auf dem Papier stimmen. Im sozialen Bereich ist nicht alles Gold was glänzt. Könnte man sich sogar manchmal einbilden, man befindet sich auf einem Schlachtfeld.

Nur weils nach sozial klingt, muss es gezwungenermaßen nicht bedeuten, dass es dort auch so sozial und fair abläuft. Momentan würde ich sogar das genaue gegenteil behaupten und behaupten es herrscht gnadenloser Überlebenskampf. Wer nachgibt, der verliert und wird Opfer im Schachspiel der Obrigkeit.

Es überlebt nur wer die Krallen ausfährt und die Kalaschnikoff auspackt. Und selbst dann muss man noch aufpassen das einem nicht gerade jemand mit der Handgranate über den Weg läuft und diese Auslöst. Dann heißt es die Flucht ergreifen. Und das nach vorne.

Im übertragenen Sinne, steht mir eine ganze Reihe mit der Waffe im Anschlag, vor mir. Bleibt mir die Flucht nur noch nach hinten oder seitlich. Wohin genau weiß ich nicht.

Momentan verfolge ich die Devise, wenn sich eine Türe schließt versuche nicht mit gewalt diese wieder zu öffnen. Nimm eine andere die aufgeht und vergoide nicht deine Zeit mit einer Türe, die sich jetzt nicht öffnen lässt.

 

 

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Ein Gedanke zu “Überflüssig?

  1. Hat dies auf Pferdig unterwegs rebloggt und kommentierte:
    Tja.
    Wie sage ich immer so gerne? Leben is kein Ponyhof. Und Wohnheim bzw. Pflege schon gleich drölfmal nicht.

    Faszinierend nur, wie es manchmal laufen kann ;).
    Ich ärgere mich schon gar nicht mehr…..ganz nach der deviese…

    „Nicht ärgern, nur wundern.“

    Gefällt mir

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