Mein täglich Brot

Samstag morgen. Ich schiele auf mein viebrirendes Handy. Der Wecker. 5:30 Uhr morgens. Wo bin ich? Stimmt. Im Bereitschaftszimmer. Die Nachtbereitschaft ist zu Ende. Dienstantritt.

Die Nacht war kurz. Vier Stunden Schlaf, auf mehrere Etappen. Ich bin müde. Kann die Augen beinahe nicht offen halten. Gestern wurde es spät. Bewohner aus dem ambulanten Bereich des Hauses hatten sprechbedarf.

Immer wieder schlug der Alarm an. Meistens immer dann, wenn ich kurz vorm wegdämmern war. Die Bewohner haben schlecht geschlafen. Waren unruhig.  Ob es am Vollmond lang? Nein wohl eher an der Hitze. Mehrfach mussten Einlagen gewechwelt werden. Gestern war es heiß und alle haben viel getrunken. Auch nachts kühlt es nicht richtig runte. Kein Wunder also.

Um 6 Uhr geht erneut der Alarm. Ich bin schon wach, erst eine halbe Tasse Kaffee getrunken. Der erste Bewohner ist also auch wach. Er hatte Stuhlgang und ich muss ihn duschen. Anders bekomme ich ihn nicht sauber. Ich bin immer noch müde, und werde blass um die Nase. Je gringer mein Schlafpenson desto weniger vertrage ich morgens.

Mittlerweile ist es 7 Uhr. Ich bin immer noch alleine im Haus. Das Frühstück mit dem ersten Bewohner muss ich, kurz vor Ende, unterbrechen. Das Babyphone schlägt an. Ein Bewohner hat einen epileptischen Anfall. Ich renne.

Er krampft. Er schreit. Bekommt seine Umwelt nicht mehr mit. Er würgt, muss sich aber nicht übergeben. Die Zeit vergeht schleichend. 3 Minuten nun erreicht. Ich fingere die krampflösende Notfallmedikation aus der Termoskanne. Weitere 2 Minuten verstreichen. Das Medikament wirkt. Die Krämpfe hören auf. Der Bewohner sinkt in einen tiefen Schlaf. Tabletten? Irgendwie müssen die noch rein. Später mit der Kollegin.

Weiter gehts im Text. Bis ca 9 Uhr laufe ich im Quadrat. Verteile Medikamente. Ziehe Bewohner an. Mache sie frisch. Hole sie aus dem Bett. Richte das Frühstück. Und mache die Wäsche und räume so weit wie möglich die Küche auf. 5 von 8 Bewohnern sind fertig. Der Rest schläft noch.

9 Uhr. Ich höre das Terminal piepen. Die Ablöse ist da. Ich mache eine Übergabe von der Nacht. Räume das restliche Chaos auf. Wandere ins Büro und tippe noch meine Dokumentation in den PC. Ich kann mich, nach 14 Stunden, nur noch schlecht konzentrieren. Mein Kopf fühlt sich so voll an.

10 Uhr. Ich verlasse die Arbeit. Ich bin völlig fertig. Ich schlurfe zum Auto. Grüße nicht mehr. Ziehe genervt an meiner Zigarette. Die Müdigkeit erschwert mir die Heimfahrt. Die 20 Minuten fühlen sich an wie eine Ewigkeit. Ich bin leicht reizbar.

Zu Hause falle ich ins Bett. Bevor ich in einen weiteren unruhigen Schlaf falle, stelle ich den Wecker. Auf 13 Uhr. Erholt bin ich dann noch nicht. Bin immer noch leicht reizbar und brauche lang um zu Pötte zu kommen. Aber irgendwie will man noch was vom Tag haben.

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